Prüfung und Prüfungsablauf

Die Erteilung der Erlaubnispflicht für Hundetrainer nach § 11 TierSchG ist an eine Überprüfung durch die zuständige Behörde gebunden.

In den einzelnen Bundesländer wird mit der Erteilung der Erlaubnis zwar ähnlich verfahren, eine bundesweite Regelung gibt es jedoch nicht.

Eine Kontaktaufnahme mit der für den Sitz der Hundeschule bzw. ausgeübten Tätigkeit zuständigen Behörde ist der sicherste Weg, um die entsprechenden Informationen über den genauen Prüfungsablauf zu erhalten.

Beispielhaft finden Sie hier den Ablauf der Prüfung beschrieben, die die Lupologic GmbH im Auftrag verschiedener Veterinärämter aus NRW und Niedersachsen durchführt. Die Prüfung ist in drei Teilabschnitte untergliedert:

1.) Absolvierung des computergestützten Multiple-Choice-Tests “D.O.Q.-Test Pro”.

2.) Schriftliche Analyse von fünf Videosequenzen.

3.) Fachgespräch. Dieser Prüfungsteil wird auch häufig “Sachkundeprüfung” oder praktische Prüfung genannt.

 

Hinweise zu den einzelnen Prüfungsabschnitten

D.O.Q.-Test- Pro

Die Anmeldung zu diesem Test kann NUR über die zuständige Behörde erfolgen. Diese kann die Prüfung eigenständig durchführen oder sie an eine andere Stelle auslagern. Konkret sieht es so aus: Wird die Lupologic GmbH von der jeweiligen Behörde mit der Durchführung beauftragt, erhalten wir für den angemeldeten Prüfungskandidaten einen Zugangscode, um die Anmeldung für den D.O.Q.-Test Pro vornehmen zu können.

Durchführung des D.O.Q. Test Pro

Beim D.O.Q-Test Pro handelt es sich um ein computergestütztes System. Es müssen per Mausklick Fragen aus einem speziell für diesen Zweck entwickelten Fragenkatalog (aufgeteilt in verschiedene Themenbereiche) beantwortet werden. Der Fragenkatalog bezieht sich auf alle Bereich, die für den Trainerberuf relevant sind. Eine Übersicht finden Sie in der Anlage 2.

Die Prüfung findet in einem Raum, der über die technischen Möglichkeiten zur Testdurchführung verfügt unter Aufsicht statt. Der/die Prüfungskandidat/in hat die Prüfung alleine abzulegen, vor Prüfungsbeginn hat er sich durch Ausweispapiere (Personalausweis/Reisepass) zu identifizieren. Hilfsmittel sind nicht zugelassen. Handys sind vor Antritt der Prüfung auszuschalten und bei der Aufsichtsperson abzugeben. Die Benutzung von Aufzeichnungen jeglicher Art oder Recherche im Internet oder in Printmedien ist während der Prüfung untersagt. Zuwiderhandlungen werden als Betrugsversuch geahndet. Bei Täuschung/Manipulation wird der/die betreffende Kandidat/in von der weiteren Prüfung ausgeschlossen. Die Prüfung gilt dann als nicht bestanden. Etwaige Leseschwächen oder körperlichen Einschränkungen, die eine Bedienung des Computers beeinträchtigen oder unmöglich machen müssen vor Prüfungsanmeldung bekannt gegeben werden. In diesem Fall wird (kostenpflichtig) eine Hilfsperson gestellt. Die Aufgaben der Hilfsperson beschränken sich auf das Vorlesen der Textpassagen sowie das Markieren der entsprechenden Antworten nach Vorgabe des/der Kandidaten/in. Bei Nicht-Bestehen der Prüfung besteht kein Anspruch auf Rückerstattung der Prüfungsgebühr.

Videoanalyse

In diesem Prüfungsabschnitt werden den Prüfungskandidaten fünf Videosequenzen zur Analyse des Ausdrucksverhaltens (Benennung der Szene, Benennung der gezeigten Ausdruckselemente, fachliche Interpretation) vorgespielt.

Jede Videosequenz wird dreimal hintereinander gezeigt. Danach erhalten die Prüfungsteilnehmer jeweils 15 Minuten Zeit, die Sequenz in schriftlicher Form zu analysieren (Beschreibung des Ausdrucksverhaltens und fachliche Interpretation).

Dieser Prüfungsabschnitt gilt als bestanden, wenn mindestens 80% der gezeigten Videosequenzen von dem Prüfungskandidaten richtig beurteilt wurden. Die Beurteilung erfolgt jeweils durch zwei Gutachter, die die Unterlagen in anonymisierter Form erhalten. Die von den beiden Gutachtern ermittelten Prüfungsergebnisse werden gemittelt und für das Urteil bestanden/nicht bestanden in Prozenten umgerechnet. Als bestanden gelten alle Ergebnisse = oder > 80%. Als nicht bestanden gelten alle Ergebnisse < 80%.

Auch hier gilt: Der/die Prüfungskandidat/in hat die Prüfung alleine abzulegen, vor Prüfungsbeginn hat er sich durch Ausweispapiere (Personalausweis/Reisepass) zu identifizieren. Hilfsmittel sind nicht zugelassen. Handys sind vor Antritt der Prüfung auszuschalten und bei der Aufsichtsperson abzugeben. Die Benutzung von Aufzeichnungen jeglicher Art oder Recherche im Internet oder in Printmedien ist während der Prüfung untersagt. Zuwiderhandlungen werden als Betrugsversuch geahndet. Bei Täuschung/Manipulation wird der/die betreffende Kandidat/in von der weiteren Prüfung ausgeschlossen. Die Prüfung gilt dann als nicht bestanden.

Fachgespräch

In der praktischen Prüfung werden die Prüfungskandidaten einzeln geprüft. Die praktische Prüfung wird an einem Ort durchgeführt der für eine ruhige Gesprächsführung sowie die Umsetzung von Übungen geeignet ist. Dies kann ein bei der Einladung zum Prüfungstermin benanntes eingezäuntes Gelände ohne stärkere Geräuschablenkung durch die Umgebung oder auch eine Halle oder ein anderer Raum von ausreichender Größe sein.

Die Hund-Halter-Teams

Für jeden/jede Prüfungsteilnehmer/in wird ein Hund-Halter-Gespann benötigt.

Finden an dem Prüfungstermin mehrere Prüfungen statt, gilt folgendes Prozedere: Jeder Prüfungskandidat bringt jeweils ein Hund-Halter-Team mit, das in der Prüfung eines anderen Kandidaten als “Sparringspartner” während der Dauer der Prüfung zur Verfügung steht. Findet eine einzelne Prüfung statt, wird das Hund-Halter-Team vom Prüfungsgremium gestellt.

An die in der Prüfung vorgestellten Hunde (“Prüfungshunde”) werden folgende Anforderung gestellt:

Der Hund ist:

- kein Welpe

- frei von ansteckenden Erkrankungen

- nicht stark geschwächt durch Alter oder vorangegangene Erkrankungen

- nicht durch Aggressions- oder starkes Angstverhalten auffällig

- keine läufige Hündin

Der/die Prüfungskandidat/in bestätigt vor Prüfungsantritt durch seine Unterschrift, dass der Hund allen gestellten Anforderungen entspricht.

Der Prüfungsablauf

Dem Prüfling wird eine trainingsbezogene Aufgabe gestellt, die er mit dem Hund-Halter-Team erarbeiten soll. Die Aufgabe kann sich auf Fragestellungen aus dem Gehorsamsbereich beziehen oder wahlweise den Bereich betreffen, den der Prüfungskandidat als sein Betätigungsfeld angegeben hat. Die Zusammenstellung der Prüfungsfragen obliegt dem Prüfungsgremium.

Der Prüfungskandidat hat 30 Minuten Zeit, das Trainingsziel mit dem Hund-Halter-Team zu besprechen und umzusetzen.

Hinweis: Es ist durchaus möglich, dass in dieser Zeitspanne das Trainingsziel nicht erreicht werden kann. Eine Umsetzung eines Teilschrittes – unter Umständen auch nur des ersten Trainingsschrittes – ist zum Bestehen der Prüfung ausreichend. Das Prüferteam ist während der gesamten Trainings- und Vorbereitungszeit anwesend und beurteilt die in der Prüfungsordnung festgehaltenen Punkte (u.a. tierschutzkonformes Arbeiten, Kenntnisse der Lerntheorie, fachliche Qualität der Trainingsgestaltung). Darüber hinaus beurteilt werden:

-       der allgemeine Umgang mit dem Kunden

-       die konkrete Gesprächsführung

-       der Umgang mit dem Hund

-       die Einschätzung des IST-Zustandes

-       der Trainingsaufbau

Der Prüfungsverlauf wird dokumentiert. Die abschließende Bewertung erfolgt durch das Urteil bestanden/nicht bestanden.

Auch bei dieser Prüfung ist ein eigenständiges Arbeiten des/der Prüfungskandidaten/in vorgesehen. Vor Prüfungsbeginn muss sich der Prüfling durch Ausweispapiere (Personalausweis/Reisepass) identifizieren. Trainingshilfsmittel stehen in einem handelsüblichen Sortiment (jedoch nur in einer begrenzten Auswahl) zur Verfügung. Die Benutzung von Aufzeichnungen jeglicher Art oder Recherche im Internet oder in Printmedien ist während der Prüfung untersagt. Zuwiderhandlungen werden als Betrugsversuch geahndet. Die Prüfung gilt dann als nicht bestanden.